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HOLISTISCHE GESUNDHEIT FÜR KÖRPER, GEIST UND SEELE!

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Die Wächter der Erde - Der Auftrag! Episode 7

🌿 Episode 7 – Der Auftrag
🌿 Episode 7 – Der Auftrag

Die Nacht war inzwischen tief geworden.

Der Mond stand hoch über der Lichtung und tauchte den Wald in ein silbernes Licht, das die alten Baumstämme wie uralte Säulen erscheinen ließ. Der Wind war fast vollkommen still geworden, und doch fühlte Mira, dass der Wald lebte – dass jedes Blatt, jede Wurzel, jeder Atemzug der Erde Teil eines großen, geheimnisvollen Bewusstseins war.

Die weiße Katze lag noch immer neben ihr und schnurrte leise, als würde sie mit ihrem warmen, ruhigen Rhythmus Miras Herz beruhigen.

Um sie herum standen die Tiere.

Der Wolf saß wachsam im Schatten der alten Eiche.Die Biene summte leise zwischen den Blüten.Die Eule beobachtete alles mit ihren großen, weisen Augen.Der Adler zog weite Kreise hoch über den Baumkronen.

Und mitten auf der Lichtung stand der Hirsch.

Sein Geweih fing das Mondlicht ein, sodass es wirkte, als würden darin kleine Sterne brennen.

Mira spürte, dass sich etwas Entscheidendes näherte.

Der Hirsch trat langsam näher.

Seine Schritte waren lautlos, und doch hatte jeder seiner Bewegungen eine feierliche Würde, als würde er ein uraltes Ritual vollziehen.

„Mira“, sagte er schließlich mit einer Stimme, die tief und ruhig durch die Lichtung hallte, „du hast gehört, was die Tiere dir erzählt haben.“

Mira nickte langsam.

Sie spürte noch immer die Worte der Tiere in ihrem Herzen nachklingen – die Geschichten vom Gleichgewicht der Wälder, vom Gesang der Wale, von der Geduld der Bienen und der Erinnerung der Elefanten.

Der Hirsch sah sie lange an.

„Du hast auch die Stimme von Mutter Erde gehört.“

Mira legte unbewusst ihre Hand auf das Moos unter sich.

„Ja“, flüsterte sie.

Für einen Moment herrschte wieder Stille.

Dann begann der Wal erneut zu singen.

Sein Lied war tief und weit, als würde es aus den tiefsten Ozeanen kommen und gleichzeitig durch die Wurzeln des Waldes fließen.

Der Wal sprach nun mit seiner ruhigen, vibrierenden Stimme:

„Seit Anbeginn der Zeit haben wir Tiere die Erde begleitet.“

„Wir tragen Erinnerungen.“

„Wir tragen Wissen.“

„Wir tragen das Gleichgewicht.“

Der Wolf trat aus dem Schatten.

Seine Augen leuchteten im Mondlicht.

„Wir Wölfe erinnern den Wald daran, dass jedes Leben miteinander verbunden ist.“

„Wenn wir jagen, tun wir es nicht aus Grausamkeit, sondern aus Respekt vor dem großen Kreis des Lebens.“

Die Biene summte sanft um Mira herum.

„Wir tragen das Leben von Blüte zu Blüte“, sagte sie. „Doch wir tun es nicht für uns allein.“

Der Adler rief aus der Höhe:

„Und ich sehe das große Muster der Welt.“

Seine Stimme klang klar durch die Nacht.

„Ich sehe die Flüsse, die sich durch die Täler schlängeln. Ich sehe Wälder wachsen und verschwinden. Ich sehe die Wege der Menschen.“

Der Hirsch senkte langsam seinen Kopf.

„Doch es gibt eine Aufgabe, die wir Tiere nicht erfüllen können.“

Mira sah ihn fragend an.

„Welche Aufgabe?“

Der Hirsch hob seinen Kopf wieder.

Seine Augen glänzten im Mondlicht.

„Die Aufgabe der Erinnerung.“

Der Wind bewegte sanft die Blätter der Bäume.

Die Katze öffnete langsam ihre Augen.

Der Hirsch sprach weiter, und seine Stimme klang nun noch tiefer.

„Die Tiere leben im Rhythmus der Erde.“

„Wir folgen den Jahreszeiten.“

„Wir folgen dem Wind.“

„Wir folgen den Strömungen der Meere.“

Er machte eine kleine Pause.

„Doch die Menschen…“

Der Wolf setzte sich neben Mira.

„Die Menschen haben eine besondere Gabe.“

Die Biene summte.

„Ihr könnt wählen.“

Der Adler fügte hinzu:

„Ihr könnt entscheiden, welchen Weg ihr geht.“

Der Wal sang leise.

„Ihr könnt vergessen…“

Die Katze beendete den Satz mit ihrer sanften Stimme.

„Oder ihr könnt euch erinnern.“

Mira spürte, wie sich ihr Herz zusammenzog.

Langsam begann sie zu verstehen.

„Ihr habt mich gerufen… weil ihr wollt, dass ich die Menschen erinnere.“

Der Hirsch nickte langsam.

„Ja.“

„Nicht mit Zwang.“

„Nicht mit Angst.“

„Sondern mit Geschichten.“

Der Wind strich durch den Wald.

Die Stimme von Mutter Erde erhob sich noch einmal aus den Wurzeln der Bäume.

„Meine Tochter“, sagte sie sanft.

„Seit langer Zeit warte ich darauf, dass meine Kinder wieder beginnen zu hören.“

„Du bist nicht die Einzige.“

„Doch du bist eine derjenigen, die erzählen werden.“

Mira spürte Tränen auf ihren Wangen.

„Aber ich bin nur ein Mensch“, sagte sie leise.

Der Hirsch lächelte mit seinen ruhigen Augen.

„Genau deshalb.“

Der Wolf sagte:

„Die Menschen hören am besten auf ihre eigenen.“

Der Wal sang.

„Und Geschichten tragen Wahrheit weiter als jede Angst.“

Die Katze legte ihren Kopf sanft an Miras Hand.

„Erinnere sie daran, wer sie sind.“

Mira schloss für einen Moment die Augen.

Sie spürte die Wärme des Waldes.

Das Atmen der Erde.

Den Gesang der Tiere.

Als sie die Augen wieder öffnete, wusste sie, dass sich ihr Leben verändert hatte.

„Ich werde es tun“, sagte sie.

Der Hirsch senkte langsam seinen Kopf.

„Dann beginnt heute Nacht dein Weg.“

✨ Fortsetzung morgen

Cliffhanger:Als Mira am nächsten Morgen ins Dorf zurückkehrt, wird sie entdecken, dass sie nicht die Einzige ist, die begonnen hat, die Stimme der Erde zu hören.


Viel Freude beim Lesen. Teilen kann heilen!

Herzlichst deine Sabine Kohlhepp


 
 
 

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